Energiegenossenschaft für den Energy Globe nominiert

Die gemeinsame Ausschreibung von sechs Gemeinden zur Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED wurde für den „Energy globe 2019“ in der Kategorie Feuer nominiert.
(FEUER: Projekte zu den Themen Energiebereitstellung und effiziente Nutzung von Energie in allen Anwendungsbereichen)

Die Straßenbeleuchtung in der Region Eferding ist für 25 % des gesamten Stromverbrauchs der gemeindeeigenen Gebäude und Anlagen verantwortlich. Nicht nur die Energie-, sondern auch die Wartungskosten sind für die in die Jahre gekommenen Leuchten hoch. Aufgrund des Alters der Beleuchtungsanlagen und der aktuellen EU-Gesetzeslage sind für manche keine Ersatzteile mehr verfügbar. Es ergibt sich daher aktuell ein Handlungsbedarf.
„Die übliche Reparatur wäre lediglich, einzelne irreparable Lichtpunkte mit einer LED Leuchte zu tauschen. Diese Reparatur erfolgt nicht geplant, sondern immer erst, wenn ein Defekt auftritt. In der Folge entsteht ein „Wildwuchs“ von Leuchten, die kein einheitliches Bild ergeben und deren Dokumentation mangelhaft ist und daher für die spätere Reparatur und Instandhaltung wiederum ein Problem darstellt. Auch Fördermittel können dafür wegen des geringen Investitionsvolumens nicht in Anspruch genommen werden“, erklärt Projektleiter und Energiemanager Ing. Herbert Pölzlberger.
2017 wickelte die Energiegenossenschaft Region Eferding eGen im Rahmen des Projekts Klima-und Energie-Modellregion für die 6 Gemeinden Buchkirchen b. Wels, Eferding, Hartkirchen, Prambach-kirchen, Pupping und St. Marienkirchen a.d. Polsenz über eine gemeinsame Ausschreibung zur Umrüstung auf eine moderne, energieeffiziente LED – Beleuchtung ab. Durch dieses gemeinde-übergreifende Projekt, von der Bestandserhebung, Projektierung, Ausschreibung bis hin zur Umsetzung mit einheitlichen Produkten, ergibt sich ein beträchtlicher Kostenvorteil von etwa 25 -30 %, in Summe also ein stattlicher 6-stelliger Eurobetrag. Die Finanzierung erfolgt über das Energie-Contracting-Programm (ECP) des Landes OÖ, welches derartige Energieeinsparungsprojekte fördert, sowie mit einer zusätzlichen Bundesförderung der KPC.
Die Aufgabe der Energiegenossenschaft bestand im Wesentlichen in der Initiierung und Motivation der Gemeinden zur Teilnahme sowie im Projektmanagement, Informationen und Berichte an die zuständigen Ausschüsse bzw. Gemeinderäte in den teilnehmenden Gemeinden.
Dass Gemeinden ihre Straßenbeleuchtungen auf LED Technologie umrüsten, ist an und für sich keine Seltenheit bzw. schon gar keine Innovation. Die Besonderheit in diesem Projekt ist die gemeinsame Projektabwicklung von 6 “kleineren” Gemeinden in einer Region, die eine Einigung über gleiche Produkte gefunden haben. Es konnten Kosten bei der Ausschreibung eingespart werden, durch das größere Vergabevolumen wurden auch günstigere Preise im Einkauf der Leuchten erzielt.
In der Zukunft ist eine gegenseitige Aushilfe mit Ersatzteilen möglich, damit jede Gemeinde nicht alle Komponenten vorrätig haben muss.
Das Projekt ergibt eine vom Contractor (LES Linz-Energie-Service) garantierte Einsparung von 71,6 % oder jährlich 153.000 kWh. Dies bedeutet eine jährliche CO2 Reduktion von 40 Tonnen.
Neben der sehr hohen Energieeffizienz, Verbrauchsreduktion von bis zu 70 %, bietet die neue LED-Beleuchtung noch zusätzliche Vorteile: Es wird das Licht nur dorthin gelenkt, wo es auch benötigt wird, d.h. es werden die Straßen und Gehsteige beleuchtet und nicht Hausfassaden, Vorgärten oder gar in die Atmosphäre (Thema Lichtverschmutzung). Nicht weniger bedeutend ist die Tatsache, dass nachtaktive Insekten durch diese Maßnahme auch besser geschützt werden. Sie können nicht mehr in die hermetisch abgeschlossene Leuchte eindringen und anschließend qualvoll durch das heiße Leuchtmittel verenden.
Es ist auch anzumerken, dass der Faktor Verkehrssicherheit ungleich höher als bei der alten Beleuchtung ist, da die Lichtstärke auf Geh- bzw. Schutzwegen zugenommen hat und jetzt den gültigen Normen entspricht.

Fotoquelle: Klemens Fellner

v.l.n.r.: Laudator: MMag. Michael Baminger, Energie AG, Obfrau der Energiegenossenschaft Susanne Kreinecker, Ing. Herbert Pölzlberger MSc, Projektleiter und GF der Energiegenossenschaft
v.l.n.r.: GR Ing. Rudolf Lindinger, Pupping, Ing. Herbert Pölzlberger MSc, Projektleiter und GF der Energiegenossenschaft, Bgm. Regina Rieder, Buchkirchen, Bgm. Hubert Schlucker, Pupping